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Ich mache seit vielen Jahren zu Hause im Heimstudio Musik. Mit den gängigen DAW (Digital Audio Workstation) wie Cubase, Logic etc fühlte ich mich nie ganz wohl. Vermutlich, weil ich in den Anfangs-Tagen mit dem Amiga und Bars & Pipes komponiert habe. Das Bedienkonzept habe ich sehr verinnerlicht und später nur schwer den Zugang zu anderen DAW geschafft. Aber immer wieder gab es auch Lichtblicke.

Davon, und bis zum aktuellen Weg bei der Suche nach einem neuen DAW, möchte ich hier berichten.

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Damals bis heute

Anmerkung: Ich habe mit verschiedenen Keyboards schon in einigen Bands gespielt. Workshop, Tools & Toys, x-beliebig, Fresh Bread Daily, Lenitas und anderen. Davon, und von den dort genutzten Tools und Keyboards, berichte ich (vielleicht) ein anderes mal ;-)

Der erste Rechner auf dem ich ernstzunehmend versucht habe Musik zu machen ist der Commodore Amiga 500 gewesen. Dabei startete ich mit den damals üblichen Trackern. An den Namen des ersten kann ich mich nicht mehr erinnern, aber später kam dann der Oktalyzer zum Einsatz. Der war deshalb super, weil er mit einem technischen Trick insgesamt 8 Stimmen produzieren konnte, statt der von der Technik vorgegebenen 4. Zwar zu Lasten der Klangqualität, aber hey, 8 Stimmen...

Später dann, nachdem ich auch etwas Orgel-Unterricht hatte, habe ich mir ein MIDI-Interface gekauft und damit meinen Yamaha TG33 Rack-Synthesizer angesprochen (wie ein Keyboard, aber ohne die Tastatur sondern nur der Klangerzeuger). Als MIDI-Tastatur wurde ein altes Korg-Keyboard verwendet (damals noch ohne Anschlagdynamik, das war Luxus den ich mir nicht leisten konnte). Also musste auch ein passender MIDI-Sequencer her (so nannte man DAWs damals). Nach ein paar Tests bin ich bei Bars & Pipes Professional gelandet. Das Konzept, die MIDI-Daten von links nach rechts in Spuren zu routen und dabei an jeder Stelle (vor oder nach der Aufzeichnungsspur) sogenannte "Tools" einsetzen zu können, war fantastisch und sehr flexibel. "Tools" waren sozusagen kleine AddIns, welche die MIDI-Daten live veränderten. Also zB Quantisierung, Arpeggiator, Lautstärkenanpassung, Transponieren etc. Damit habe ich sehr lange gearbeitet und meine ersten Versuche gemacht und die ersten vollständigen Stücke komponiert.

Der TG33 wurde bald noch durch einen Yamaha RY30 Drumcomputer und einen ESI32 Sampler ergänzt (nur Echt mit eingebautem Diskettenlaufwerk und per SCSI angeschlossenem CD-Laufwerk).

So habe ich eine ganze Weile gearbeitet und ich habe dann mit diesem Setup in 1996 mein erstes Album seven pieces aufgenommen (7 Titel, 26:15 Laufzeit). Damals kamen selbst gebrannte CD gerade in Mode aber ich konnte mir das noch nicht leisten. Also habe ich die Aufnahmen auf einer DAT-Kassette an ein Tonstudio gesendet und mir das 10 Mal auf CD brennen lassen. Ich erinnere mich noch, wie ich zusammen mit meiner damaligen Freundin (und heutigen Frau) Monja in meinem roten Fiat Uno in Donaueschingen zur Post gefahren bin um das Paket abzuholen. Ich war so stolz!

Kurz darauf habe ich die Aufnahmen dann mit Samplitude auf dem Amiga gemacht (inzwischen war es ein Amiga 2000). Ich konnte damit Stücke schneiden und auch mischen etc. Das war ein echter Fortschritt und weckte den Wunsch nach Audio-Recording. Das lies sich mit Bars & Pipes aber nicht machen und ich brauchte was neues. Inzwischen war der Amiga auch nicht mehr das Mittel der Wahl. Stattdessen sollte es ein Windows-PC mit Windows 98 sein.

Dort habe ich ebenfalls nach dem passenden MIDI-Sequenzer gesucht, der auch Audio-Recording kann (im PC steckte eine Maxistudio ISIS mit 8 Eingängen und 4 Ausgängen). Es gab viele Sequenzer-Projekte, aber so richtig Powerfull und Professionell war nichts da was ich mir leisten konnte. Eher durch Zufall entdeckte ich dann die Shareware-DAW Massiva (kaum noch was zu finden im Netz). Später in 2003 hat sich der Entwickler (Jørgen Aase) dann an eine neue DAW gewagt und EnergyXT veröffentlicht. Auf diese bin ich dann umgestiegen und ich war begeistert. Bis heute habe ich mit dieser DAW Musik gemacht. Das Album sparetime ist damit 2005 gemacht worden (11 Titel, 43:11 Laufzeit).

Nebenbei habe ich auch viel mit n-track gemacht. Allerdings immer nur zum aufnehmen und nicht zum komponieren. Die MIDI-Funktionen waren damals einfach zu umständlich und unvollständig in der Nutzung.

Heute

Der Zustand heute (11.2019) ist der, dass ich EnergyXT nicht mehr weiter nutzen kann und möchte. Diese DAW wird nicht mehr gewartet und weiter entwickelt. Bestehende Bugs machen mir das Leben schwer und werden nicht repariert. Seit einigen Jahren gibt es keine Updates mehr, ist noch immer nur 32 Bit und der Autor beantwortet keine Anfragen. Also, was tun?

So ging die Suche los.

n-track

Ich will nicht viel Geld ausgeben, also habe ich erstmal meine bestehende Lizenz zu n-track mittels einem Upgrade auf den neuesten Stand gebracht. MIDI sollte da ja inzwischen kein Problem mehr sein.

Ist auch kein Problem, dafür aber massiv das Timing. Wenn ich eine Spur mit einem Drumloop anlege und parallel dazu eine MIDI-Spur mit einem virtuellen Instrument (VSTi), dann startet das Instrument einige Millisekunden früher als die WAV-Datei und das Timing ist komplett daneben. Auch eine andere Soundkarte und ein anderer PC konnten das nicht ändern. Für mich leider nicht brauchbar, der Support im Forum nicht wirklich hilfreich.

UPDATE 11.2019: Ich hab es nochmal versucht, denn inzwischen sind viele Patches und Versionen von n-track erschienen. Leider scheint es mir nicht möglich die Länge von einem einfachen WAV-Look sauber auf die Länge von zB 2 oder 4 Takten zu skalieren. Und im Forum erhalte ich seit Tagen keine Hilfe... (Link). Das war wohl schlecht investiert :-(

UPDATE: Noch schlimmer. Jetzt wollte ich das Support-Formular auf der Homepage ausfüllen und beim Klick auf "Senden" kommt die Meldung, ich sei "offline" (was absoluter Blödsinn ist). Ich kann den Hersteller nichtmal auf diesem Weg erreichen :-(

Reaper

Das Bedienkonzept macht mir Kopfschmerzen. Ein VSTi in das Projekt einzubinden, per MIDI zu spielen und dann aufzunehmen löst irgendwie eine Click-Orgie aus. Nicht mein Ding.

Bandlab Cakewalk

Erst war ich wegen dem Funktionsumfang und der coolen Optik schwer beeindruckt. Aber schnell wurde es ernüchternd. Leider habe ich immer wieder Crashes, Timing-Probleme zwischen WAV und MIDI und inkompatibilität mit manchen meiner VSTi. Keine Option. Hab das lange versucht und die Crashes haben mir in Summe zwei Stücke ins Nirwana befördert. Unrettbar. Der Support konnte nicht helfen.

LMMS

Das Konzept von LMMS ist cool und die Software sehr Leistungsfähig. Leider ist die Einbindung von VSTi Instrumenten extrem schlecht gelöst. Da ich vor allem damit arbeite, ist das keine Option. Und Audio-Aufnahmen sind damit gar nicht möglich (ja, richtig gelesen). Ich kann also keine MIDI-Spuren machen und dann jemand dazu rein-singen lassen ohne dafür auf eine andere Software umzusteigen.

Tracktion T7

Bis jetzt war Tracktion T7 der beste Kandidat, aber inzwischen habe ich auch hier wieder Probleme. Die DAW stürzt zuverlässig ab wenn ich mein Lieblings-VSTi Edirol Orchestral benutze. Weiterhin scheint es Probleme mit dem UVI Player VSTi zu geben (auch Crashes und seltsame Verzögerungen). Damit fällt fast alles aus was mir richtig gut gefällt :-(

Waveform 10

Stellt sich heraus, dass das nur eine (neuere? andere?) Version von Tracktion T7 ist. Gibts nur noch 64 Bit und lädt keine 32 bit VST Plugins. Möchte die aber weiter verwenden und habe keine 64 Bit Versionen. Ein Test von JBridge (32 Bit VST auf 64 Bit nutzen) ergab, dass es nicht geht. Die JBridge Plugins werden nicht erkannt :-(

Wie gehts weiter?

Aktuell habe ich eine sehr unzufriedenstellende Situation. Mit keiner der aktuellen DAW kann ich ernsthaft Musik machen. EnergyXT stellt sich, trotz des Alters und nur 32 Bit, noch immer als die stabilste Variante heraus. Wer hätte das gedacht?

Ich denke ich werde doch Geld ausgeben müssen und das Geld für mein n-track Update reut mich. Mal sehen... Ich werde auf dieser Seite im Blog updates eintragen, wenn sich was neues ergibt ;-)